Was ist CBD

CBD – Cannabidiol – Was ist das?

Cannabidiol, kurz: CBD, ist das Öl der weiblichen Hanf-Pflanze. Er gehört zu den 113 einzigartigen Cannabinoiden, die ausschließlich in der Hanfpflanze vorkommen. CBD ist, nach THC, der zweithäufigste aktive Inhaltsstoff der Pflanze. Während THC für das berühmte „Highsein“ verantwortlich ist, scheint Cannabidiol einen medizinischen Nutzen zu haben. Es wirkt beispielsweise entkrampfend, angstlösend und lindert Übelkeit. Es soll zudem bei Diabetes helfen, Akne lindern und bestimmte Krebsarten heilen können.

Nahrungsergänzungsmittel CBD

Die Popularität von medizinischem Marihuana stieg rasant an, nachdem die Bundesregierung im Januar 2017 einen Gesetzentwurf verabschiedete, der die Einnahme von Cannabis zu medizinischen Zwecken legalisierte. Unter den meistgenutzten Produkten befindet sich auch ein Produkt, das schon länger legal ist und von vielen Verbrauchern genutzt wird: CBD Öl. als Nahrungsergänzungsmittel. Dieser Artikel informiert über das vielseitige Produkt und dessen Wirkung.

CBD vs. THC: Was ist der Unterschied?

Der größte Unterschied liegt darin, dass CBD Öl keine psychoaktive Substanz ist. Das bedeutet: Der Verbraucher wird durch den Konsum nicht „high“. Wird jedoch Marihuana konsumiert, nimmt derjenige auch THC zu sich, welches einen psychoaktiven Effekt hat. CBD-Produkte enthalten lediglich CBD Öl oder nur einen sehr geringen Anteil an THC. Beide Inhaltsstoffe interagieren zwar mit dem Nervensystem, aber die Effekte unterscheiden sich.

Wie wirkt CBD Öl?

Cannabidiol kann zur Behandlung vieler Beschwerden eingesetzt werden. Einige Nutzer verwenden CBD Öl, um sich am Ende eines harten Arbeitstages zu entspannen. Andere versuchen, mit CBD Öl körperliche Schmerzen zu lindern. So setzten beispielsweise NFL Spieler, die nicht mehr am aktiven Spielbetrieb teilnehmen, CBD ein, um chronischen Schmerzen und Kopfschmerzen entgegenzuwirken. Die nachfolgende Übersicht listet einige wissenschaftlich belegte positiven Effekte auf den Körper auf.

1. Schmerzlindernde Wirkungen

Cannabis wird schon seit mehreren Jahrhunderten zur Behandlung von Schmerzen eingesetzt. Forscher datieren die erste Behandlung mit Cannabis auf 2.900 v. Chr. Die Wirkung beruht auf der Stimulierung eines bestimmten Teils des Nervensystems: dem Endocannabinoid-System. Dieses System reguliert verschiedene Funktionen, beispielsweise den Schlaf, Appetit, Schmerzrezeptoren oder Teile des Immunsystems.
Der Körper produziert ebenfalls Cannabinoide, sogenannte Endocannabinoide. Diese Neurotransmitter binden sich an Cannabinoide-Rezeptoren im Nervensystem. Studien haben gezeigt, dass CBD chronischen Schmerz lindern kann, indem es die Rezeptoren-Aktivität reguliert. Die Regulierung der Rezeptoren durch CBD kann auch Entzündungen entgegenwirken. Die Wirkung ist sowohl durch Tier- als auch durch Humanstudien belegt.
Besonders viele Studien wurden mit dem Oralspray „Sativex“ durchgeführt. Dieses kombiniert THC und CBD. In einer Studie von 2015 mit 47 Teilnehmern, fanden Wissenschaftler heraus, dass „Sativex“ die Beschwerden von Multiple Sklerose verbessern kann. Die Teilnehmer die „Sativex“ zu sich nahmen, hatten weniger Schmerzen und Muskelschmerzen sowie seltener Spasmen.
Eine andere Studie aus dem Jahr 2006 kam zu ähnlichen Ergebnissen und konnte positive Effekte von „Sativex“ auf rheumatische Arthritis nachweisen.
Kurz zusammengefasst: CBD kann, besonders in Kombination mit THC, chronische Schmerzen lindern. Nachgewiesen wurde der Effekt insbesondere bei Arthritis und Multiple Sklerose.

2. Cannabidiol wirkt angstlösend und antidepressiv

Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind Depressionen der häufigste Grund für eine Arbeitsunfähigkeit weltweit. Normalerweise werden Depressionen mit Antidepressiva behandelt, welche allerdings viele Nebenwirkungen haben können. Dazu zählen: Benommenheit, innere Unruhe, Schlaflosigkeit, sexuelle Dysfunktion und Kopfschmerzen. Versuche mit CBD Öl haben gezeigt, dass diese ebenfalls für die Behandlung von Depression und Angst eingesetzt werden können, allerdings keine starken Nebenwirkungen haben.
In einer Studie wurde 24 Teilnehmer mit einer sozialen Angststörung in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe erhielt 600 mg Cannabidiol und die andere Gruppe ein Placebo-Präparat. Anschließend mussten beide Gruppen eine Rede halten. Die erste Gruppe schnitt dabei wesentlich besser ab als die Placebo-Gruppe und hatte weniger Angst.
Der antidepressive Effekt von CBD wurde in mehreren Humanstudien nachgewiesen. Forscher vermuten, dass die Ursache dafür in einer Veränderung der Serotonin-Rezeptoren liegt. Serotonin wird auch als Glückshormon bezeichnet. Es reguliert die Stimmung und das Sozialverhalten.

3. Cannabidiol lindert Krebs-Symptome

CBD reduziert Symptome, die mit Krebs in Verbindung stehen und Symptome der Krebsbehandlung. Hierzu zählen Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen. In einer randomisierten Doppelblinden-Studie von 2010 wurde der Effekt von THC und CBD Öl auf Krebsschmerzen untersucht. Lediglich diejenigen, die eine Kombination aus beiden Inhaltsstoffen einnahmen, berichteten von einer signifikanten Verbesserung ihrer Schmerzen. THC allein war nicht so effektiv wie die Kombination aus beiden Inhaltsstoffen.
Eine andere Studie von 2010 untersuchte die Wirkung von THC und Cannabidiol auf die Nebenwirkungen einer Chemotherapie. Eine Kombination aus beiden Inhaltsstoffe erwies sich als wirkungsvoller als die Standardbehandlung der Schmerzen.
CBD Öl könnte in Zukunft auch zur Behandlung von Krebs eingesetzt werden. Versuche an Mäusen zeigten einen positiven Einfluss auf aggressive Brustkrebszellen. Da es sich um Tierstudien handelt, sind weitere Forschungen notwendig, um den Effekt auch bei Menschen nachzuweisen.

4. Wirkung gegen Pickel

Akne ist eine entzündliche Hauterkrankung, die laut WHO circa 9 Prozent der Bevölkerung betreffen. CBD Öl könnte hier die Standardbehandlung ersetzen, die in einigen Fällen ohne Wirkung bleibt.
2014 wurde eine Studie eines ungarischen Forscherteams in der Zeitschrift „The Journal of Clinical Investigation“ veröffentlicht. Es wurde der Effekt von CBD auf die Talgdrüsen der Haut untersucht. Zudem wiesen die Forscher darauf hin, dass es keine wirksamen Produkte gegen Akne gibt, die auf mehrere Ebenen positive Effekte haben. Das Ergebnis der Studie: CBD kann die Überproduktion von Talg reduzieren und Entzündungen entgegenwirken ‒ die beiden Hauptursachen für Akne.
Die Behandlung von Akne mit CBD erfolgt meist über Salben. Die Haut kann die Inhaltsstoffe der Salbe aufnehmen. Die Haut verfügt über Cannabinoid-Rezeptoren, an denen die Cannabinoide andocken können.
Im Gegensatz zu CBD hat THC keine positiven Effekte auf das Hautbild. THC ist dafür bekannt, den Fettgehalt der Haut zu erhöhen.

5. Vielzahl anderer möglicher Wirkungen

Diabetes Prävention: CBD Öl beugt möglicherweise Diabetes vor. In Studien mit Mäusen, die mit Cannabidiol behandelt wurden, reduzierte sich das Risiko der Mäuse, an Diabetes zu erkranken, um 56 Prozent.

Suchterkrankungen: Cannabidiol kann zur Behandlung von Sucht eingesetzt werden. Es verändert verschiedene neuronale Bahnen im Gehirn, die mit Suchtverhalten in Verbindung gebracht werden. In Versuchen mit Ratten hat CBD die Abhängigkeit von Morphium verringert.

Antispychotischer Effekt: Laut einer Studie, die 2015 in der Fachzeitschrift „Schizophrenia Research“ veröffentlicht wurde, kann Cannabidiol bei Schizophrenie und anderen psychisch Erkrankungen helfen, indem es psychotische Symptome lindert.

Ist Cannabidiol legal?

Cannabidiol ist legal und frei verkäuflich, es besteht also keine Apothekenpflicht. Der Grund dafür ist: CBD Öl ist nicht psychoaktiv. Enthält das entsprechenden Produkte jedoch mehr als 0,2 Prozent THC, gilt es laut Arzneimittelgesetz als Arzneimittel und nicht mehr als Nahrungsmittel. Übersteigt ein CBD-Produkt diesen THC Anteil, kann nur ein Arzt dieses verschreiben.
CBD Öl darf in Deutschland lediglich aus sogenanntem Nutzhanf gewonnen werden. Das ist Hanf, der ohnehin nur über wenig THC verfügt.
CBD Öl kann auch online erworben werden. Allerdings muss der Käufer dazu volljährig sein.